Innovationspreis für Schulgeographie 2015

Wortlaut der Laudatio von Dr. Frank Czapek (VDSG)

Die aus­zu­zeich­nen­de Schu­le, die bereits 2013 in die enge­re Aus­wahl genom­men wur­de, zeigt sich im Gan­zen der Nach­hal­tig­keil­s­er­zie­hung ver­pflich­tet, bie­tet das Fach Erd­kun­de in allen Jahr­gangs­stu­fen an und führt v.a. Pro­jek­te in allen Jahr­gangs­stu­fen durch, die sich mit dem Ein­klang von Wirt­schaft und Natur, einem zen­tra­len Anlie­gen der Schul­geo­gra­phie, aus­ein­an­der­set­zen. Die Bewer­bung der Schu­le für den Inno­va­ti­ons­preis stellt somit zu Recht das »Pro­jekt am Michel­park« in beson­de­rer Wei­se her­aus. Die­ses Pro­jekt sym­bo­li­siert die außer­ge­wöhn­li­che Inno­va­ti­ons­be­reit­schaft der Schu­le, fach­über­grei­fend und fächer­ver­bin­dend zen­tra­le geo­gra­phi­sche Inhal­te, ins­be­son­de­re grund­le­gen­de geo­gra­phi­sche Arbeits­wei­sen im Rah­men nach­hal­ti­ger Ent­wick­lung ihrer Schü­ler­schaft anzu­bie­ten. Dabei wird das schü­ler­ori­en­tier­te »Ler­nen durch Leh­ren« sach­för­der­lich ver­folgt und in den Kon­text all­ge­mein­bil­den­der schu­li­scher Arbeit gestellt. Zudem wird durch die Doku­men­ta­ti­on in der Schul­bi­blio­thek der Gedan­ke des zukunfts­ori­en­tier­ten Hand­eins nach­drück­lich auf­ge­grif­fen.
Nicht nur dass die gesam­te Schu­le hier in eine raum­ge­stal­ten­de Arbeit ein­be­zo­gen wird, das Pro­jekt ver­zahnt sich auch auf loka­ler und regio­na­ler Ebe­ne. Dabei wird es nicht nur wis­sen­schaft­lich beglei­tet, son­dern bin­det auch kom­mu­na­le, raum­ord­ne­ri­sche und natur­schutz­ori­en­tier­te Insti­tu­tio­nen in die Pro­jekt­ar­beit ein. Das schu­li­sche »Pro­jekt am Michel­park« wird somit auch zu einem Ereig­nis der gesam­ten Stadt und ihrer Regi­on. ln die­ser Wei­se ver­mit­telt es den Ler­nen­den einen glei­cher­ma­ßen vor­wis­sen­schaft­lie­hen Ein­stieg in natur- und kul­tur­räum­li­che Gestal­tung wie auch Ein­bli­cke in poli­tisch kom­mu­na­le Struk­tu­ren. ln der Ver­zah­nung mit wei­te­ren schu­li­schen Fächern, z. B. Kunst und Musik, und in der wei­ter­füh­ren­den Orga­ni­sa­ti­on des Pro­jek­tes zeigt sich eine äußerst leben­di­ge, lebens­na­he, ganz­heit­lich aus­ge­rich­te­te Bil­dungs­phi­lo­so­phie der Schu­le. Die Erzie­hung zur Nach­hal­tig­keit wird durch das zen­tral ver­an­ker­te Pro­jekt und sei­ne geo­gra­phisch rele­van­ten lmpli­ka­tio­nen in vor­bild­li­cher Wei­se ver­folgt. Damit weckt das Paui-Dis­tel­barth-Gym­na­si­um auch das Inter­es­se für die viel­fäl­ti­gen Inhal­te der Geo­gra­phie und dies nicht nur bei der Schü­ler­schaft, son­dern auch in der Bevöl­ke­rung des Schul­stand­or­tes.
Aus die­sem Grun­de soll­te der Schu­le der Inno­va­ti­ons­preis für Schul­geo­gra­phie 2015 ver­lie­hen wer­den.

Verwendung des Preisgeldes

Gemäß dem Leit­bild Öko­no­mie und Ethos des Evan­ge­li­schen Paul-Dis­tel­barth-Gym­na­si­ums erfol­gen von der fünf­ten bis zur zehn­ten Klas­se jähr­lich Pro­jek­te mit inhalt­li­chen Bezü­gen zu Öko­no­mie, Natur und Umwelt. Den Abschluss der Pro­jekt­rei­he bil­det in Klas­se 10 das Michel­bach­park­pro­jekt, wel­ches auf­grund sei­ner Kom­ple­xi­tät vie­le Aspek­te der vor­an­ge­gan­ge­nen Schul­jah­re auf­greift und ver­netzt. Das Pro­jekt star­te­te erst­mals im Schul­jahr 2009/2010, indem die Gemein­de Ober­sulm ein 1,35 Hekt­ar gro­ßes Wie­sen­grund­stück zur Ver­fü­gung stell­te. Auf die­sem konn­te der Schul­park im Sin­ne der nach­hal­ti­gen Bil­dung rea­li­siert wer­den. Es ent­stand eine abwechs­lungs­rei­che Land­schaft zwi­schen dem Haupt­lauf des Michel­bachs und der neu ange­leg­ten Bach­sch­lin­ge. Das Park­ge­län­de wur­de von Schü­le­rIn­nen in Zusam­men­ar­beit mit dem Forst nach dem Mot­to »Erfor­schen — Erle­ben — Erho­len« gestal­tet. Ganz im Sin­ne der Gestal­tungs­kom­pe­tenz steht auch das Mot­to „Wir han­deln um zu ver­än­dern“. In die­sem Zusam­men­hang ent­wi­ckel­ten die Schü­le­rIn­nen der 10. Klas­sen Expe­ri­men­tal­sta­tio­nen mit dem Ziel, jün­ge­ren Schü­le­rIn­nen den Nach­hal­tig­keits­ge­dan­ken auf anschau­li­che Wei­se näher­zu­brin­gen. Schwer­punkt der wei­te­ren Pro­jekt­ar­beit liegt in der Wei­ter­ent­wick­lung der Expe­ri­men­tal­sta­tio­nen, vor allem im Hin­blick auf die Inte­gra­ti­on mul­ti­me­dia­ler Arbeits­for­men mit­hil­fe von Tablets und GPS-Gerä­ten. Das Preis­geld soll daher einer­seits die bestehen­den Sta­tio­nen ver­voll­stän­di­gen und Ergän­zun­gen ermög­li­chen, aber auch für Anschaf­fun­gen im Rah­men des Anschluss­pro­jekts »Sul­maue« ver­wen­det wer­den.
Das Pro­jekt »Schul­park am Michel­bach« ist ein leben­di­ges Pro­jekt, das sich ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt und immer wie­der neue Auf­ga­ben für die kom­men­den zehn­ten Klas­sen bereit­hält. Mit Hil­fe der Koope­ra­ti­ons­part­ner gelingt es, vie­le Ide­en umzu­set­zen und den Teil­neh­mern das nöti­ge Wis­sen für nach­hal­ti­ges und umwelt­be­wuss­tes Han­deln zu ver­mit­teln.

Evangelisches Paul-Distelbarth-Gymnasium Obersulm

Preisübergabe an das Evangelische Paul-Distelbarth-Gymnasium Obersulm

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