Ein harter Segeltörn durch die Magellanstraße – seglerischer Rückblick – “Wir suchten den Sommer in Patagonien und Feuerland und fanden den Winter“ – in chilenischen Kanälen – 41 Briefe warteten in Valdivia
16.2.1988 Valdivia
Ihr Lieben,
7 Tage brauchten wir für 1000 sm im Tradewind von Gran Canaria zu den Cap Verden im ersten Teil unserer Atlantiküberquerung. Dann holte uns – nach den Kalmen – der Südwind ein. Mit Wind aus diesem Quadranten hatten wir an der ganzen südamerikanischen Küste zu tun. Für 1000 sm benötigten wir immer mehr Zeit, und die Erinnerung an Passatsegeln wurde immer dann wach, wenn der Tag und die Nacht ausgefüllt waren mit Segelwechseln.
Wie herrlich waren wir dahingesegelt mit zwei ausgebaumten Vorsegeln, die von uns beiden kaum verändert werden mussten. Täglich blauer Himmel und immer angenehme Temperaturen. Das war ein Leben in der Badehose (oder weniger). Nachts ein strahlender Sternenhimmel. Wir vertrieben unsere Zeit mit Lesen oder, durch den Gleichklang der Wellen und das sanfte Rollen des Schiffes stimuliert, durch Faulenzen und Träumen.
Die nächsten 1000 sm von Porto Belo bis Mar del Plata dauerten schon
10 Tage und dann bis Punta Arenas ganze 19. Aus der Traum mit Segeln in der Badehose. Wenn die Temperaturen ab Punta Arenas auf 8 Grad absanken, so blieb doch unsere Stimmung hoch und wärmte von innen ein. Außerdem sorgte unser Ölofen für angenehme Wärme unter Deck, und wir spürten dann den eisigen Wind, der täglich durch diese Bucht von Punta Arenas fegte und mit Windgeschwindigkeiten von 50 kn/h am Nachmittag seinen Höhepunkt hatte, nicht. Verladearbeiten mussten eingestellt werden, und die 300 m lange Pier war dann menschenleer. Wir lagen, einen Seitenanker weggesteckt, neben einem chilenischen Marinetanker. Die freundlichen Matrosen kümmerten sich um Do mi nix, wenn wir auf Besichtigung dieser 80.000 Einw. zählenden Stadt waren oder damit beschäftigt, Proviant für die nächsten 1000 sm einzukaufen. Die vielen Supermärkte boten alles an, was das Herz eines Seemannes nach langem Seetörn erfreuen konnte. Z. B. dänischen Kochschinken ebenso wie die leckeren Butterkekse aus diesem Land. Aus Norddeutschland fanden wir u. a. Katenschinken und Sylter Muschelsuppe. Der zollfreie Hafen hatte für uns darüber hinaus Bedeutung, dass wir unseren Bestand an alkoholischen Getränken preiswert auffüllen konnten. Aber wir dachten nicht nur an lukullische Dinge, sondern holten uns aus dem Indio-Museum und dem Patagonischen Museum interessante und uns bis dahin nicht bekannte Informationen über die Ureinwohner und ihre Bräuche. José, der Seesoldat vom Tanker, führte uns durch die Stadt zu diesen Punkten. Im liebevoll bepflanzten Stadtpark fanden wir viele heimische Blumen wieder und freuten uns über ihr Aussehen und ihren Duft. Ferdinand Magellan thronte inmitten dieser grünen Oase und schaute von einer Weltkugel auf uns und den Hafen herab. Zu seinen Füßen die navigatorischen Hilfsmittel seiner Zeit und ein Indio. Die Einwohner sagen, wer den Zeh dieses Indios berührt, kommt eines Tages zurück. Ich habe kräftig am Zeh gefasst und bin gespannt, ob sich diese Prophezeiung bei mir bestätigt.
Am 22. Januar, morgens um 6.00 Uhr, sollten wir verholen. Der polnische Trawler hatte seine Reparaturarbeiten beendet und der Tanker hatte einen Auftrag. Da sich jeder Morgen ruhig zeigte, setzten wir Kurs auf Cap Froward ab. Dieser Kurs um den Kontinent Südamerika ging anfangs noch südwärts bis auf 53°54’S. Der Beagle-Kanal lag zu unseren “Füßen“. Dann verlief die Magellan-Straße in westlicher Richtung, immer dem vorherrschenden Wind entgegen. Der Wind schien am ersten Tag eine Atempause eingelegt zu haben. Der Tag war richtiges Ausreisewetter. Kein Pfeifen im Rigg, und der südwestliche Wind mit nur 4 Windstärken brachte uns gut voran. Kurz vor dem Cap ankerten wir vor der Haustür eines Indianers, der sein Domizil einfach mit abgehauenen Baumstämmen gezimmert hatte und der sich vor der frostigen Kälte mit einem gewaltigen Lagerfeuer schützte. Der Kontakt bestand aus fröhlichem Zuwinken. Ein An-Land-Kommen war mit “ET“ zu dem Zeitpunkt wegen der Wellen nicht möglich. Wir steckten unseren Bollerofen an, und binnen kurzer Zeit hatten auch wir unser Lagerfeuer.
Bevor der große Törn in die Einsamkeit – in den chilenischen Schärengarten – begann, stellte die Magellanstraße an uns harte seglerische Anforderungen. 200 sm sollten bezwungen werden, und der stete Westwind, der seine Luftmassen um den ganzen Globus treiben konnte, fand hier und durch die Inseln der südlichen Küste gewaltsam sein Treiben gestört und entlud seinen Zorn auf alle, die sich ihm entgegenstellten. Ohne Gnade und Barmherzigkeit jagte der launische Wind seine Kräfte durch diesen Trichter und steigerte sich in Sekundenschnelle von einem flauen Wind in orkanartige Böen. Stündliches Segelwechseln oder oftmals gleich gerefft fingen wir den Tag an. Geschützte Buchten nahmen uns manchmal schon nach wenigen Stunden wieder auf, weil das Gegenanboxen gegen Wind und Strom nur harte Arbeit bedeutete, ohne jedoch sichtbare Erfolge aufweisen zu können. Cap Froward nahmen wir erst nach dem zweiten Versuch, und wenn ich Euch mitteilte, dass die nächsten 2 Tage nur 20 sm brachten, denkt bitte nicht, die schroffen, bizarren Berge mit ihren hohen kahlen Gipfeln hätten uns zum häufigen Ausspannen eingeladen. Nein, die Härte ließ uns warten. Die rauhen, hohen Berge schickten uns nicht nur die Williwaws (Fallböen) herab, sondern Regenwolken, Hagel und Schnee peitschten unsere Gesichter rot, und wenn der Ankerabend kam und die wohlige Wärme von Ofen und Grog die feuchte Kälte vertrieb, nahmen unsere Gesichter die Färbung eines Indios an. Der steife, schaurig heulende Wind blieb draußen mit seinem disharmonischen Kreischen, und wir öffneten nur die Luke, wenn es notwendig wurde, mehr Kette zu stecken oder den zweiten Anker auszubringen. 100 m Kette am nächsten Morgen ließ Tennisarm und Ischias vergessen, und wenn wir uns auch durch Kelp, diese schreckliche Wasserpflanze mit ihren dicken Stängeln und großen Blättern, arbeiten mussten, der Weg zum Doktor entfiel, und immer seltener wurden Salben mit Bienengift benötigt.
Wir suchten den Sommer in Patagonien und Feuerland und fanden den Winter vor.
Etwas Gemeinsames mit unserem Norden fanden wir: die hellen langen Abende und Nächte. Sonst blieben die rauhen Fjorde mit ihren berüchtigten Fallböen, die ohne Ankündigung mit Orkanstärke herabsausten, düster und wirkten auf uns nicht einladend, und selbst die schimmernde Schneelast brachte die Landschaft nicht zum Strahlen. Zu tief hingen die schweren, dunklen Wolken und ließen Schwermut aufkommen. Dazwischen überall Wasserfälle. Wenn sich tatsächlich einmal ein Sonnenstrahl zeigte, glitzerten die vielen sprudelnden Wasserläufe silbern.
Aber wie so oft, wenn entscheidende Kurse zu segeln waren, hatte der Himmel Erbarmen mit uns und schickte uns günstigen Wind. Mit einer herrlichen Backstagebrise gingen wir in die “Lange Passage“ der Magellanstraße. Als die lange Dünung vom Pacific Ocean uns schon küssen konnte, segelten wir mit achterlichem Wind nordwärts, den Schären entgegen. Die Roaring Fifties konnten uns nichts mehr anhaben. Sie schoben nach und brachten uns zum Surfen. Die ganze Zeit der kalten “Periode“ war Peters Schlafkammer unsere wohlige Höhle. Wir gaben einander nicht nur Wärme, sondern der Gleichklang der Gefühle war es, der unsere zwei Seelen einander sehr nahebrachte. Wir konnten unsere Empfindungen austauschen, und wie oft endete der Gedankengang bei Wilfried Erdmann, der allein 276 Tage Wind, Flauten und Einsamkeit trotzen musste und der für uns, neben Magellan, der mit seinen lecken Caravellen diesen beschwerlichen Weg zum Pacific ausmachte, Großartiges leistete. Trotz vieler Schwierigkeiten bedauerten wir keine Minute, diesen Weg gewählt zu haben. Die leise Landschaft der Schären und ihre friedliche Umgebung, die vielen Wassertiere und die unberührte Natur nahmen uns für viele Wochen gefangen.
Nicht immer waren in diesem Gebiet mit einem kleinen Anker in der Seekarte Buchten angegeben, die das Ankerstecken erleichterten. Die enormen Wassertiefen der ausgeloteten Kanäle durch die Inselwelt mussten wir am Abend oftmals verlassen, um guten Ankergrund und eine passende Tiefe von ca. 20 m zu finden. Vorsichtig loteten wir uns bis dicht unter Land und fanden dann vor Bächen oder Wasserfällen Grund. Vom Heck wurde dann eine lange Leine mit “ET“ ans Ufer gefahren und um einen Stein vertäut. Bäume nahmen wir nicht als Poller. Sie sahen mit ihren sichtbaren Wurzeln nicht vertrauensvoll aus. Peter pflückte dann gleich am Uferrand Muscheln, und schon fand etwas später der französische Abend mit frischem Brot, Knobibutter und Meeresfrüchten statt. Ab und zu manövrierte Peter “Do mi nix“ in Fjorde, die auf der Seekarte als weiße Felder gekennzeichnet waren. Die schönste Bucht nannten wir “Caleta Do mi nix“ und zeichneten sie mit Breite und Länge in die Seekarte ein.
Unsere Schleppangel benutzten wir schon lange nicht mehr aus Furcht heraus, ein Wassertier an Deck zu ziehen und verarzten zu müssen. Pinguine, Kormorane, Taucher, später die vielen Pelikane und die flugunfähigen Enten, die sich mit ihren verstümmelten Flügeln wie ein Raddampfer über das Meer schaufelten, brachten uns viele Male am Tag zum Lachen. In den abendlichen Ankerbuchten waren es andere Bewohner, die uns freundlich und neugierig aufnahmen. Mal war es eine Otterfamilie, mal ein Seelöwenpaar oder unsere Lieblingsbegleiter, die übermütigen Delphine. Alle diese Tierarten und noch viele andere waren unsere einzigen Begleiter. Wenige Male trafen wir einen Frachter. Beim Passieren stand die ganze Wache an Deck und winkte. Über UKW erfolgte eine nette Plauderei mit dem Lotsen. Auch Marinefahrzeuge kreuzten unseren Weg. Sie nahmen nach In- Sicht-Kommen mit uns Kontakt über Wechselsprechen auf, und ihre erste Frage war immer: Braucht ihr Hilfe? Ist bei euch alles in Ordnung? Es war ein gutes Gefühl, dass in diesem Irrgarten noch einige wenige andere menschliche Wesen ihre Kontrollfahrten machten und für die nächtliche Beleuchtung der Fahrwasser sorgten.
1500 km fuhren wir durch diese leise Landschaft. Hohe Fjorde, neben vielen kleinen und großen Inselgruppen, die sehr selten zu dieser Jahreszeit dem Wind eine Chance gaben, sich zu entfalten, säumten unseren Weg. Die Vegetation, die erst im nördlichen Bereich üppiger wurde, ließ uns oft an Land rudern. Der Boden war durch wild wucherndes Unterholz bedeckt, ähnlich wie mein Steingarten, der auch keinen Zutritt wollte und sich abriegelte mit stachligen Pflanzen. Erst entdeckten wir Moose, die sich am kargen Fels festkrallten, und Farne. Bonsaibäumchen hätten das Herz vieler Liebhaber dieser kleinwüchsigen Bäume höher schlagen lassen. Margeriten, mit bambusartigen Stielen, sahen wir später. Sie erinnerten uns an Holtenau mit seinen gepflegten Vorgärten. Schlingpflanzen und viele andere Baumarten kamen hinzu, und als wir die erste menschliche Ansiedlung nach 700 sm in Puerto Eden erreichten, glaubten wir vorher schon dem Paradies sehr nahe zu sein. Diese Indioortschaft (Indios hier als unspezifizierter Sammelbegriff für die indigenen Völker Patagoniens) hatte allerdings mit dem Garten Eden nichts gemein. Stolz führte man uns durch das Dorf. Zeigte uns die Schule, die recht ansehnlich war, wenn man die 56 kleinen, auf Stelzen gebauten windschiefen Holzhäuschen daneben stellte. Die Indios pflasterten ganz praktisch die “Straßen“ mit Muschelschalen, und auch andere Abfälle fanden mit hohem Schwung den Weg aus dem Küchenfenster zur Straße. Die Hühner freuten sich, weniger unsere Bordschuhe. Nun konnten wir uns auch die Frage nach Entsorgung unseres Mülls erklären, die am Tage zuvor bei der Einklarierung auf Unverständnis gestoßen war. Der Mini-Mini-Supermercado bot außer Alkohol und Bier wenig oder besser gesagt kaum etwas an. Für diese 354 Einwohner wären unsere gefüllten Backskisten mit Vorräten aus Deutschland sicher paradiesisch gewesen.
Weiter ging die Reise dem Golf von Penas entgegen. Die Temperaturen stiegen, und das Segeln war keine kalte Angelegenheit mehr. Der Toilettendeckel war am Morgen nicht mehr so empfindlich kalt, und so war der Gang zu “Tante Meier“ wieder ein Vergnügen. Dieser Golf von Penas wird auch Golf der Leiden (übersetzt) oder die chilenische Biscaya genannt. Den 2 Valparaiso-Lotsen hatten wir versprechen müssen, die Überquerung dieser Bucht nicht bei Wind aus dem Nordquadranten zu beginnen, sondern vorher mit dem Wärter von San Pedro (so heißt die Station tatsächlich) Kontakt aufzunehmen, um Wetterverhältnisse und Wetterveränderungen zu erfragen. Wir erreichten die letzte schützende Bucht, bevor der Schärengürtel oder besser gesagt die Küstenkordillere für 170 sm unterbrochen wird, bei gutem Wetter. Aber der Wind kam – wie fast auf der ganzen Reise – aus dem Norden. Der nächste Morgen brachte Regen und wieder Nordwind. Wir konnten unseren Tank und die Kanister mit sauberem Wasser auffüllen. Schlagartig hörte der Regen mittags auf, und Peters Prognose, dass mit dem Aufhalten des Regens auch der Wind sich ändern könnte, bewahrheitete sich. Zwar sprach der Wärter auf San Pedro beim Passieren seiner Station immer noch vom nördlichen Wind, aber unsere Segel füllten sich mit südwestlichem und später mit südlichem Wind. Peter übernahm bei 7 Windstärken die Wache, und ich hatte erst einmal zu tun, meine Beine und Körper den langen Pazifikwellen anzupassen. Erst am nächsten Morgen, als wir den Golf hinter uns gelassen hatten und in die Buchten Anna Pink und Darwin hineinsegelten, jubelte auch ich über das große Glück, einen so phantastischen Segeltag in den Rolling Forties erlebt zu haben. Oder sollte einer von euch für uns gebetet haben? Als wir in dunkler Nacht die Schären erreichten, stand Peter vor dem Radarbild, und ich befolgte am Ruder (ohne Widerrede) sehr sorgsam seine Anweisungen. Delphine begleiteten uns zum Ankerplatz.
Die Sonnenstrahlen, die uns am nächsten Morgen aus der Koje holten, verließen uns fortan nur am Abend, um dann mit einem zauberhaften Sonnenaufgang wieder aufzustehen. Die letzten 250 sm Chilekanäle lagen vor uns. Vereinzelt tauchten nun Indiofischer in ihren Kanus auf. Auch kleine Holzhäuschen, bunt gestrichen, entdeckten wir mit unserem Fernglas. Und dann – 50 sm südlich der großen Insel Chiloe – passierten wir einen Riesenfischtrawler, der dabei war, seine Netze einzuholen. Der Kontakt über UKW war schnell hergestellt, und wenig später lag “Do mi nix“ längsseits dieser „Fabrik“, und wir tranken in zivilisierter Gesellschaft Kaffee. Viele, viele Fragen wurden gestellt. Wir wurden herumgeführt und erlebten mit, wie der Fisch an Deck gezogen wurde und wenig später wohl verpackt in der Kühlung landete.
Als wir unser Schiff besteigen wollten, erlebten wir eine verspätete Weihnachtsüberraschung. Hingestellt für uns hatte man: 100 l Diesel, 10 kg Roastbeef, 1 Riesenmelone und 50 Pfund Kartoffeln, 2 große Dorsche – ausreichend für eine Riesencrew. Eine Bezahlung wollte der Kapitän auf keinen Fall. Es war ihm und der 38köpfigen Besatzung eine Ehre, uns eine kleine Freude mit frischen Lebensmitteln machen zu dürfen. Wir beide standen minutenlang sprachlos vor diesen Köstlichkeiten. Dann sprudelte der Dank in Spanisch und Englisch aus uns heraus. Die südameri-kanische Verabschiedung mit Küssen und Umarmungen dauerte lange, noch länger unsere muchas gracias, muchas gracias.
Chiloé, eine Insel, die ein bisschen Bornholm und ein wenig unsere
ost-holsteinische Schweiz widerspiegelte, besuchten wir und fanden das Fischerdorf Quellón. Jede Sippe war damit beschäftigt, die Seeigel vom Meeresboden hochzutauchen. Japan ist Großabnehmer dieser Köstlichkeiten. In 2 Fabriken im Ort arbeiteten 3 Schichten – ohne Sonntag – für den Export. Uns schenkte man eine Mahlzeit und zeigte uns sehr genau, wie die Schale aufzubrechen und welche Teile mit etwas Zitrone essbar sind. Wir fanden den Geschmack der “Eriso“ hervorragend, und wir hofften sehr, bald selbst auf Seeigelfang zu tauchen.
Am 16.2.1988 verließen wir die letzte Ankerbucht – Chacao – der Insel Chiloe und verließen die Chilekanäle. Wir steuerten westlich, dem Pacific entgegen. Noch lange grüßten die schneebedeckten Anden, die uns tagtäglich auf unserer Reise in den Norden Unnahbarkeit vermittelt hatten. Nach 15 sm endlich freien Seeraum und mit südlichem Wind und vollen Segeln ging es Valdivia entgegen.
Eine üppige Flusslandschaft nahm uns auf. Mein Herz floss über beim Anblick der grünen Landschaft. Kurz vor Valdivia steuerten 4 15-jährige Segler in Piratenjollen auf und begrüßten uns im besten Deutsch. Sie lotsten uns zum Club, und wenig später lag
„Do mi nix“ vertäut an der Pier. Freundliche Clubmitglieder, natürlich Deutsch sprechend, boten ihre Hilfe an, und wenig später lernten wir Justo Schüler kennen, der uns 41 Briefe an Bord langte und sich freute, dass er endlich Peter und Elke Timm in Valdivia begrüßen konnte.
Für uns kehrte wieder einmal Weihnachtsabend ein. Wir saßen die ganze Nacht und lasen vor. Wir freuten uns über jeden Satz, und ein klein wenig musste ich weinen. Wir danken Euch, muchas gracias auch Euch allen! Seid versichert, dass auch unsere Gefühle der Freundschaft und Verbundenheit bleiben und stark sind wie “Do mi nix“ mit 100 m Ankerkette.
Herzliche Grüße von uns beiden und natürlich südamerikanische Umarmungen und Küsse dazu.
Herzlichst Elke und Peter