SECHS MONATE AUF NEUSEELAND Inselrundfahrt – Integration ins Dorfleben – Wiedersehen mit vielen Yachties – “Spielen Sie Skat?“ – Werftzeit vor der Abreise
Heute ist schon der 15. April. Noch 3 Tage bis zu unserer geplanten Abreise aus Neuseeland. Wir liegen in Russell, einem zauberhaften Ort in der Bay of Islands. Die holländische Yacht “Helena Christina“ liegt in Rufweite und das Postamt Opua nur 2 sm von unserem Ankerplatz entfernt. Dazwischen, in einer malerischen Bucht, wohnen Erna und Georg, Hannelore und Christian, Segler, die auf ihrem geplanten Törn um die Welt in diesem Seglerparadies hängen geblieben sind. Diese beiden Ehepaare sind in den Vorbereitungen, den scheidenden “Vagabunden“ ein Abschiedsfest zu geben. Bevor wir uns also dem Abschiedsrummel hingeben, möchte ich Euch einen kleinen Überblick von unserem 6-monatigen Aufenthalt bei den Kiwis geben.
Zu allererst aber müssen wir Euch unseren Dank aussprechen für die vielen Briefe, die uns über die Post Office Opua erreichten. Die reizende Posthalterin Jane, eine uns sehr lieb gewordene Freundin, schickte uns die Post zu allen angegebenen Adressen weiter. Wenn uns Eure Briefe erst über Umwege erreichten, war es immer höhere Gewalt, aber angekommen sind sicher alle Sendungen. Auch das Weihnachtsmarzipan, das allerdings vom langen Liegen und Weitersenden Schimmel angesetzt hatte. Ein Krimi kam an, ein spannender Roman von Per Wahlöö, der auf dem Büchermarkt der Yachties einen guten Umtauschwert hatte. Witze wurden uns zugeschickt und Neues über Hundertwasser und andere Begebenheiten. Dass ein “Kieler Arzt sich erinnert“ und damit seine Memoiren veröffentlichte, teilten uns viele mit, leider schickte uns keiner sein Buch. Wie gern würden wir Hannes Flechsig über seine erlebten Abenteuer ein zweites Mal kennen lernen. Eine besprochene Kassette konnten wir in Wellington in Empfang nehmen. Die Tennisleute hatten sich etwas Besonderes ausgedacht. Auf ihrer Silvesterparty entstand ein lustiges Band. Wir haben mit diesem Geschenk für viele nun folgende Wachstunden etwas zum Schmunzeln. Auch von jeder Tennisgeburtstagsfete erhielt ich eine vergnügte Karte. Auf diese Weise blieb ich mit der “Gesellschaft“ verbunden. Der “Chief“ vom SCB hatte eine besonders gute Idee mit den getrockneten Blumen. Ich habe diesen heimischen Frühlingsboten einen Ehrenplatz gegeben.
Wollene Socken kamen an und viele, viele Informationen über gefeierte Geburtstage, Abitur, Examen, Enkelkinder, Katzenzuwachs und interessante Urlaubsreisen. Über das Telefon hatten wir weiteren Kontakt und hörten von unserer Mutter und von Christian das Neueste. Alle Briefe, ob von der Familie, Freunden, Nachbarn und den Freunden unserer Kinder, haben uns im höchsten Maße erfreut. Euch allen herzlichen Dank.
Heute nun zeigt sich die Bay of Islands von ihrer strahlendsten Seite. Vergessen sind der sprichwörtlich ins Wasser gefallene 2. Weihnachtstag und die darauffolgenden nassen Tage bis zum Ende Januar. Zwei Zyklone sausten über den Norden Neuseelands und verwandelten die Campingplätze zum Jahresende und darüber hinaus in viele kleine Seen. Die Urlauber verlegten ihr Betätigungsfeld vom Zeltplatz in den Pub, nur die Segler hatten es schwerer, mit Regen und Sturm beim Übersetzen vom Ankerplatz fertig zu werden.
Wie lange ist alles schon her. Sogar meinen Hexenschuss habe ich fast vergessen. Nur die wollenen Socken, die ich nun morgens und abends zum Warmwerden überziehe, sind ein Teil meiner Vorsichtsmaßnahmen und vermitteln Euch auch, dass es – trotz der schönen warmen Tage in der Bay – doch anfängt, in Neuseeland zu herbsten.
Wenn Ihr also interessiert seid, was sich so alles im Far North – in Mangonui – im Weihnachtsmonat und weiter in Neuseeland für uns ereignete, müsst Ihr schon weiter lesen.
Vom 8. Dezember an lagen wir 6 Wochen lang neben Jörg Zimmermanns “Equinox“. 1977 lag dieses Schiff in Holtenau am Seglersteg. Jörg beendete in Kiel seine erste Weltumseglung. Aus dieser Zeit stammt die Verbindung.
Jörg, inzwischen nach Neuseeland ausgewandert, konnte aus seinem nur 200 m entfernt liegenden Wohnhaus sein Schiff beobachten und uns Signale geben, wenn Wichtiges zu erleben war. Auch die 850 Seelen dieses Ortes, die aus ihren Häusern direkt in die “Millbay“ einsehen, erlebten alle unsere Aktivitäten mit. Über unseren Freund, über die Segler aus dem Cruising Club und bestimmt auch über Peters Art und Weise, auf Menschen zuzugehen, wurden wir sehr schnell in das Dorfleben integriert, d. h. ohne uns lief nichts. So erlebten wir im Weihnachtsmonat u. a. den 50. Geburtstag von Mary. Das riesige Zelt nahm 100 Leute auf, aber wer wollte, konnte auch unter Bäumen, blühenden Blumen, sein Essen und Trinken genießen. Zwei Lämmer am Grill lieferten das Fleisch und unzählige Salate und Beilagen hatten Nachbarn und Freunde mitgebracht, um so die Gastgeberin bei ihren vielen Vorbereitungen zu unterstützen.
Hier traf ich Yvonne und Rolf wieder, Yachties aus Schweden. Sie waren über den Sohn des Geburtstagskindes aus Opua angeschleppt worden. Yvonne und ich feierten unser drittes Wiedersehen. Das erste Treffen fand auf Teneriffa, in Los Christianos, statt, dann in Papeete und nun im Garten unter blühenden Bougainvilleen und Oleander. Wir hatten uns viel zu erzählen, dabei wurden unsere Gläser immer von unsichtbaren Geistern gefüllt. Fazit: Das Anbordkommen soll etwas beschwerlich gewesen sein, zumal meine “slipprigen“ Schuhe es seinerzeit waren, die mir Schwierigkeiten machten, aus dem Schlauchboot „Do mi nix“ zu entern. Ich soll (was ich zwar nicht glaube), obgleich ich die Bordwand schon beinahe erklommen hatte, wieder ins Dingi zurückgefallen sein. Die Anteilnahme der gesamten Bevölkerung am nächsten Tag war gewaltig. Man wollte immerzu wissen, wie es meinem Kopf gehe!!!! Am 17. Dezember, auf der Weihnachtsfeier des Cruising Clubs, wurde ich zum Niklas gerufen, musste bei ihm auf dem Schoß sitzen, während er aus meinem Sündenregister vorlas. Das Gejohle nahm – so schien es mir – kein Ende.
Den 24. Dezember feierten wir auf „Do mi nix“. Jörg war unser Gast. Zwischen dem Hauptgericht und der Roten Grütze mussten wir erst einen riesigen Rochen von der Angel losschneiden. Dieser majestätische Fisch konnte sich freuen, dass am Heiligabend das scharfe Messer in der Schieblade blieb. Gegen 22.00 Uhr kam Franz noch dazu. Sein Bratkartoffelverhältnis hatte ihn Zeit gekostet. Dieser österreichische Yachty, dem zuzuhören schon eine Wonne war. Franz liegt hier auch in der Bay of Islands. Sein Stahlschiff ist noch rostiger geworden. Wenn er – wie er sagt – sein Schloss Krummbach nicht verkaufen kann, sieht es schlecht für ihn und seine Rostlaube aus. Die Mangonuier glaubten ihm ebenso wenig wie wir, wenn er ins Spinnen verfiel.
Am 1. Weihnachtstag waren wir dann zum Weihnachtslunch im Cruising Club eingeladen. Nachdem der Commandore seinen “toast“ auf die englische Königin, Neuseeland, seine Gäste (uns) und die Mitglieder ausgesprochen hatte, erwiderte Peter in seinem Trinkspruch alles Wichtige, was uns auf dem Herzen lag, besonders unseren Dank für die nette Aufnahme. Er vergaß aber doch, “Her Majesty“ zuzuprosten.
Das Essen bestand aus einem “Pot Luck“. Jeder hatte sein Lieblingsessen mitgebracht, das gemeinsam verspeist wurde. Da das Wetter an dem Tag schon seine unangenehmen Vorboten schickte, musste ich unseren 2 kg Roastbeefbraten in einen Ostfriesennerz einwickeln, um so das gute Stück sicher vom Ankerplatz zum Anlegesteg zu bringen. Wir hatten uns Badehosen angezogen und machten vor dem Club eine Verwandlungsshow.
Der Sturm und der Regen, der dann für viele Tage unsere Landaktivitäten drosselte, brachte dennoch etwas Gutes. Die Yacht “Robbersdog“ wurde nach Mangonui verschlagen. Die 5-köpfige Familie wanderte vor 5 Jahren aus Deutschland aus. Die Überbevölkerung in Mitteleuropa mit ihren Folgen wie z. B. Umweltproblemen, Energieversorgung durch Atomkraft, der Ellbogen-Gesellschaft und der bedrohlichen militärischen Machtkonzentration brachte diese Familie zu ihrem Entschluss, am anderen Ende der Welt ihren 3 Kindern bessere Lebensbedingungen zu geben.
Politisiert wurde aber nicht; dafür blieb keine Zeit. „Do mi nix‘“ Kajüte wurde für Tage zur Spielhölle. Skatkarten wurden gemischt, und die Familie Schonrock lernte nach Nübbler-Spielregeln zu reizen. Die drei Jugendlichen waren so von Peters Skatunterweisungen begeistert, dass sie ihn als Großvater adoptierten. Nebenbei sorgten die begeisterten Sporttaucher Karl-Heinz und Oliver für die tägliche Fischmahlzeit. Um unsere Back herum saß dann die 7-köpfige “Familie“ und verspeiste leckere Meerestiere. Max, der Bordhund, verhielt sich immer sehr ruhig. Er wurde nur zum Räuberhund, wenn er die zu entsorgenden Mülltüten entdeckte.
Nach der Backschaft hieß es aber sofort: 18, 20, Kontra, Re usw. Unser Idyll hatte ein Ende, als “Robbersdog“ das einsetzende bessere Wetter für die Heimreise nach Auckland nutzen musste und wir die regenfreien Tage brauchten, um unser Schiff an den dafür vorgesehenen Pfählen trockenfallen zu lassen. Dort schrubbten und scheuerten wir dann „Do mi nix‘“ Bauch.
Mit sauberem Unterwasserschiff ging es dann um das Nord-Cape hinein in die Tasman-See. Wir hatten auf dieser 400 sm langen Reise nach New Plymouth unser schnellstes Etmal: 184 sm (Zeit von Mittag zu Mittag).
In der Nacht vom 16. zum 17.1. schrieb ich in das Logbuch: Lieber Peter, Du hast mir Sterne versprochen. Immerzu! Und wo sind sie geblieben?
Er antwortete auf seiner Wache: Wolken gab’s auf Deiner Wache und Sterne waren rar. Seh‘ hin, was ich Dir machte, Kuddel ist schon wieder da.
Am 18.1., in der Nacht um 2.00 Uhr, ankerten wir im Hafen von New Plymouth. Glücklich sank ich in die Koje.
In diesem Neuseeland-Sommer soll keine Cruising-Yacht diesen Weg gegangen sein. Die lange hafenlose Küste schreckte wohl viele Segler ab. Auch die etwas eintönige karge Landschaft wird nicht jedermanns Sache sein. Für uns hatten die über 100 m hohen Wanderdünen und das gewaltige Rauschen der sich brechenden Wellen an der Ninety-Miles-Beach (170 km) etwas Heimatliches. Kein einziges Hotel oder Restaurant zersiedelte diesen Frieden. Den vielen Möwen, Kormoranen und großen Tölpel-Kolonien gehörte der Küstenstrich.
New Plymouth können wir überspringen. Ein unangenehmer Schwellhafen. Das Anlandkommen war besonders schwer, weil wir mit unserem Beiboot durch einen Surf mussten, der dafür sorgte, dass der Landgang mit nassen Klamotten begann. Und die Stadt….. meilenweit entfernt. Man braucht in Neuseeland einen fahrbaren Untersatz. Wir Segler sind auf Bus und Bahn angewiesen, aber die öffentlichen Verkehrsmittel sind sehr rar. Unseren Müll wurden wir trotzdem los!
Das Wochenende verbrachten wir dann schon auf der Südinsel. Die Stadt Nelson erreichten wir am 22. Januar. Am Abend hatten wir gleich ein ansprechendes Barbecue im Yachtclub. Anlässlich einer Regatta aus Wellington war dieses Fest angesetzt worden. Hier lernten wir Linda und Martyn und ihre Crew kennen. Am folgenden Tag aßen wir auf ihrem Racer Skellops satt. Nach der Wettfahrt machten auch sie für ein paar Tage Urlaub in der Tasman-Bay. Vom goldenen Strand des Abel-Tasman-Nationalparkes führten viele Tracks in den “bush“, wie der Regenwald genannt wird. Diese satte Natur erkundeten wir gemeinsam. Unser Abschiedsessen auf “Do mi nix“ fand dann schon im Marlborough-Sound statt, den wir bei schönstem Wetter erlebten.Wir ließen noch einige Tage die Szenerie der Southern Alp auf uns wirken, während die Wellingtoner Rennsegler Kurs auf den Heimathafen nahmen. Die gefürchtete Cook-Strait mit ihren berüchtigten “Windküchen“ blieb ruhig, als wir unseren Kurs zur Hauptstadt Neuseelands absetzten.
Was nun folgte, waren dejlige und hygelige Tage bei Ritta und Kjeld, Freunde aus Peters Kopenhagener Schulzeit. Bei Frokost und Dansk Beef und den dazu gehörenden geistigen Getränken wurde in Erinnerungen geschwelgt. Ganz nebenbei sorgten beide für unsere Bordwäsche. Ausflüge arrangierten sie und Besichtigungen und natürlich den Weg zum Supermarkt. Linda und Martyn luden uns in ihr Haus ein, als die dänischen Freunde zu einer Hochzeit waren. Mit typischem Lammbraten und Minzesauce und der “Pavlova“ (Baisertorte) als Nachtisch bereiteten sie uns einen
Neuseeland-Abend.
Am 9.2. verließen wir dann den Royal-Yacht-Club. Wieder einmal mussten wir vielen guten Freunden “Fare well“ sagen. Die nun folgenden 200 sm bis Napier waren anstrengend und nervig. Bei schwachen Winden und Seegang von vorn kreuzten wir die Strecke auf, und nach 60 Stunden konnten wir endlich unser Schiff im Napier-Yachthafen vermooren. Ritta und Kjeld tauchten noch einmal auf, um uns Post zu bringen und um uns die Stadt zu zeigen.
Das oft sehr stürmische East Cape musste als nächstes umrundet werden. Auch wir mussten dort einen stürmischen Tag in Kauf nehmen. See, Wind und Strom waren uns allerdings diesmal günstig gesonnen und trieben uns mit einer Ausnahmegeschwindigkeit von 9 Kn voran. Dat hul und brumm!!!
Peters Geburtstag feierten wir im Kreise der Familie Schonrock in Auckland. Die Zwillinge Julia und Sandra hatten ihrem “Opa“ eine Marzipan-Nuss-Torte gebacken. Nach dem gemütlichen Kaffeeplausch ging es von vorne los mit: Kontra, Re, Bock!!!!! Mit Karl-Heinz‘ Lieblingsausspruch: “Spielen Sie Skat? ….. Im Moment nicht! …..“ aus einem Loriot-Sketch, möchte ich die Skatrunde verlassen und Euch nur kurz informieren, was sonst noch in Auckland angesagt war.
Ralf & Dorothee, die wir aus Mangonui kannten, holten uns für die Nationalgalerie – Abteilung Polynesien – ab. Abends gab es aus ihrer Küche Neuseeland-Lamm und als Nachtisch einen vorzüglichen Pie. Die Unterwasserwelt in einem supermodernen Aquarium, gleich einem Glastunnel, zeigte uns Karl-Heinz. Riesige Haie, Rochen und Moränen schwammen über uns hinweg. Abends gab es Räucheraal. Den hatte er aber nicht aus der “Underwater world“ abgezwackt und geräuchert, sondern ein immigrierter Holländer fabrizierte diese leckeren Fische. Als Nachtisch gab es diesmal Frohsinn satt: Loriot, Willumeit und Otto unterhielten uns, bis unsere Bauchmuskeln schmerzten. Mit einer “Paella á la Neuseeland“ hatte sich Edeltraut am letzten Abend etwas ganz Besonderes ausgedacht. Alle uns inzwischen bekannten Meeresköstlichkeiten fanden wir in der großen Pfanne wieder. Sogar mit kaltem Schnaps verwöhnte sie unseren Magen.
Am 5.3. verließen wir die große Marina von Westhaven. Bei strahlendem Sommerwetter liefen wir aus der Bucht aus. Uns Stadtmuffel hat diese so genannte Queen’s City, die sich auf der Landenge zwischen der Tasman-See und dem Pazifik ausbreitet, sehr gut gefallen. Das einmalige Seerevier lädt förmlich zu jeder Art von Wassersport ein. So bewegen sich hier, besonders an den Wochenenden, Tausende von Wasserfahrzeugen innerhalb der vielen Buchten und Inseln. Vor der Insel Mercury, die Michael Fay gehört, ankerten wir für eine Nacht. Euch allen ist dieser Mann als Herausforderer des American Cup bekannt. Durch Gerichtsbeschluss ging diese Trophäe nun doch nach Neuseeland. Täglich hörten wir in den Nachrichten neue Kommentare über die gesegelte Millionärsregatta. Wir erlebten noch viele Fjords und Häfen und sahen Natur satt. Nur um eine Insel machten wir einen weiten Bogen, weil sich auf ihr ein Schwefel speiender Berg erhob, dessen gezackter Krater nur hin und wieder durch den giftig gelben Rauch sichtbar wurde. Das war White Island in der Bay of Plenty. Kommt man diesem Vulkan zu nahe, stellen sich bald Atembeschwerden ein. Unsere Inselrundfahrt endete in Whangarei. Nichts hatte sich in den 5 Monaten verändert. Alle bekannten Schiffe, die wir vor unserer Abreise registriert hatten, lagen noch an ihren Vertäuungen.
Bei der Orams-Werft kam „Do mi nix“ aus dem Wasser. Peter und ich schufteten eine Woche hart, dann war das Unterwasserschiff mit neuer Antifouling gepönt. Zum Ostergrillfest der Segler und dem lustigen Eiersuchen rund um das Town-Bassin nahmen wir uns Zeit und genossen Unterhaltung, Musik und den Anblick der nahen Stadt, die für den Segler wegen der kurzen Wege zu allen hier verfügbaren Werkstätten, Ausrüstern, Riggern und natürlich den Supermärkten eine Sonderstellung als Hafenstadt einnimmt. Unser Schiff lag nach dem Abslippen noch eine Woche in der Marina.
Mit einer neuen Sprayhood, die uns weit mehr Schutz vor Sonne, Regen und Wind geben wird, einem neuen Großsegel, neuen Batterien und guter Ausrüstung verließen wir am 1. April Whangarei. Für unsere Familie hat dieser Tag eine besondere Aussage. Gerade deshalb wählten wir diesen Reisetag. Wir meinen, dass die Faszination und die Herausforderung der Meere uns immer wieder zwingt, in See zu stechen.
Ihr könnt aufatmen, ich komme zum Schluss!
Die Segelyacht “Obelix“ mit Renate Tolks ist neben uns vor Anker gegangen. Diese Ärztin, die sich wegen ihrer Tüchtigkeit und ihrer niedrigen Honorare bei den Yachties größter Beliebtheit erfreut, lernten wir noch vor unserer Abreise in Kiel bei “Schippi“, einer SCB-erin, kennen. Zu vielen netten Abenden holte uns Renate in ihr Haus, oder aber wir hatten gesellige Stunden auf „Do mi nix“. Für die Werftzeit stellte sie uns ein Auto auf die Pier. Wir brauchten nicht auf Schusters Rappen mit schwerem Rucksack lange Wege zu gehen, sondern dieser fahrbare Untersatz war eine wirkliche Hilfe. Wir konnten so einen Freund im Krankenhaus besuchen, der uns beim ersten Besuch in Whangarei zu vielen Ausflügen abholte und der uns damals mit Christian über den alten Weg nach Russell brachte.